Regionale Expertengruppe - "Almaty Club"

Über Zentralasien als Region wird häufiger außerhalb als in der Region geschrieben. Immer seltener treffen Experten aus allen Ländern Zentralasiens zusammen, um eine gemeinsame Sicht auf die bestehenden Chancen und Herausforderungen der Region zu entwickeln. Wo solche Treffen gelingen, entstehen zumeist Sammelbände in denen die Positionen der verschiedenen Autoren unverbunden nebeneinander stehen. Die Expertengruppe "Almaty Club" versucht einen anderen Weg zu gehen und damit die Diskussion über Zentralasien in Zentralasien wieder zu stärken. Die Gruppe setzt sich ihre eigene Agenda und schreibt zu diesne Themen einen gemeinsamen Text. Kurz, prägnant und streitbar.  

Durch Ihre interdisziplinäre Zusammensetzung versuchen die Autoren nicht nur die verschiedenen nationalen Standpunkte, sondern auch die verschiedenen wissenschaftlichen Ansätze zu einem Bild zu vereinen. Das Ziel der Gruppe ist nicht optimale Lösungen für regionale Probleme zu finden, sondern zum Nachdenken und zur Diskussion anzuregen und damit zu einem zentralasiatischen politischen Diskurs beizutragen.

Zentralasien: Räume der „Seidenen Demokratie“. Politische Parteien

Die dritte Ausgabe legt einen Grundstein zum Zyklus über moderne politische Entwicklung in den Staaten von Zentralasien. Für die charakteristische Darstellung von politischen Prozessen führen die Experten des Clubs den Ausdruck „Seidene Demokratie“ ein, um die besondere regionale Sanftheit für die Entwicklung der Demokratie in spezifischen Rahmenbedingungen der Region zu kennzeichnen. Der Äußerung von Experten nach bedeutet dieser symbolische Ausdruck, dass die Staaten Zentralasiens von ihrem glatten „seidenen Weg“ zur Demokratie ständig ins autoritäre Feld ausrutschen. Darüber hinaus wird dieser Ausdruck auch für die Beschreibung eines „seidenen“, glatten, problemlosen, kontrollierten, oft auch nur imitierten Entwicklungsprozess gebraucht. Da das Thema auf der Agenda doch sehr vielfältig ist, bleiben die Autoren zuerst bei der Analyse von Besonderheiten von Parteisystemen, Gesetzesnormen und politischen Gegebenheiten aus dem Parteialltag. Dies und vieles anderes mehr zum Thema wurde hier abgelegt.

Zentralasiatisches LEGO: Wer konstruiert die Region?

Häufig wird Zentralasien im Innern wie von außen als eigene Region oder aber als Teil verschiedener Gebildes betrachtet. Die unterschiedlichen Konstruktionen führen zu einem Bilder der Region, dass an einen Lego-Bausatz erinnert. Die Autoren nennen dieses zusammengesetzte Bild einen Dualismus aus innerer und äußerer Regionalisierung oder auch als „Status Dualismus“. Damit sind die im inneren wie im äußeren Verständnis zuweilen unterschiedlichen Zugehörigkeiten zu den jeweiligen regionalen und globalen Strukturen gemeint.

Wenn Sie mehr zu diesem Dualismus erfahren wollen, können Sie dies hier nachlesen.

Auf Englisch hier.

 

Fünf Staaten und/oder eine Region?

Die erste Publikation der Expertengruppe betrachtet die Dualismen, welche häufig verstanden werden als die Bruchlinien an der Zentralasien zerfällt. Sie betrachten dabei sowohl geographische, politische, historische wie kulturelle Gegensätze der Region und stellen fest, dass Gegensätzliches nicht nur Trennung bedeuten kann. Gerade diese Gegensätze schaffen die Möglichkeit und zum Teil sogar Notwendigkeit miteinander zu kooperieren.

 

Die Publikation können Sie hier auf Russisch runterladen: ПЯТЬ ГОСУДАРСТВ И/ИЛИ ОДИН РЕГИОН?

   

Mitglieder des Clubs

Sardordjon Salimov
(Taschkent, Usbekistan)

Abdugani Mamadasimov
(Duschanbe, Tadschikistan) 

Vorsitzender der nationalen Vereinigung der Politologen Tadschikistans.

Chuschbacht Hodshiew
(Duschanbe, Tadschikistan)

Dr. Farchod Tolipov
(Taschkent, Usbekistan)

Direktor der nichtstaatlichen Bildungseinrichtung "Karawane des Wissens".  

Tamerlan Ibraimov (LLM)
(Bischkek, Kirgistan)

Geschäftsführer des Zentrums für rechtspolitische Studien. 

Elmira Nogoibajeva
(Bischkek, Kirgistan)

Leiterin des analytischen Zentrums "Polis Asia". Expertin im Bereich der vergleichenden Politologie und politischen Anthropologie. 

Dr. Sanat Kuschkumbajev
(Astana, Kasachstan)

Arbeitete als Politologe bei verschiedene analytischen Institutionen und an Universitäten sowie außenpolitischen Einrichtungen Kasachstans. 

Nargis Kassenova
(Almaty, Kasachstan)